Marty Mauser hat einen Traum. Er will ein Tischtennis-Star werden und mit seinem Erfolg in Amerika berühmt werden. Doch da gibt es ein Problem. Tischtennis ist in den 1950er Jahren noch kein großer Sport. Und Marty mag gut sein, aber zum Weltstar reicht es noch nicht. Marty will auf das extravagante Leben eines Weltstars aber nicht verzichten. Also lebt er trotzdem in Saus und Braus - bis die Rechnung kommt.
Inhaltlich baut der Film auf dem Autobiografie von Marty Reisman, der in den 70er Jahren in den USA gespielt hat. Regisseur Josh Safdie nimmt das ganze als Vorlage, um aus Marty eine schillernde Figur zu bauen - im Positiven wie im Negativen.
Marty Mauser ist ein Mann mit vielen Gesichtern
Timotheé Chalamet verkörpert eine Figur, die in den extremen lebt. Mal ist Marty Sportler, dann ist er auch mal Liebhaber, Gangster, Geschäftsmann oder armer Wicht. Es ist dem tollen Schauspiel von Chalamet zu verdanken, dass Marty all diese Seiten haben kann, denn es gibt kaum einen Moment, in dem man Marty seine Emotionen etc. nicht abnimmt. Diese Vielfalt sorgt dafür, dass es einem im Film eigentlich nicht wirklich langweilig wird. Hinzu kommt, dass der Film auch sonst absolut schillernd inszeniert und so ganz dem Charakter seiner Hauptfigur entspricht.
Doch dem Film fällt das ganze zwischendurch auch auf die Füße. Denn am Ende wirkt er schon etwas zu lang und dreht die ein oder andere Schleife zu viel. 120 Minuten hätten es hier auch getan. Und auch in seiner Inszenierung übertreibt es der Film manchmal ein bisschen. Sei es in der Auswahl der eingesetzten Popmusik, die nicht in die Zeit passt oder auch mal in seinem Bestreben eine Show abzuliefern. Denn - und das ist ein bisschen schade - dieser Film kommt nicht rüber wie ein Tischtennis-Film. Marty könnte auch Rythmische Sportgymnastik oder Fechten machen - viele Teile könnten trotzdem ähnlich aussehen. Aus Liebe zum Sport sollte man also nicht in diesem Film gehen.
Viel mehr erinnert Marty Supreme an den ein oder anderen Gangster-Film der vergangenen Jahre. Catch me if you can mit Leonardo DiCaprio mag einem hier ebenso in den Sinn kommen wie Oceans Eleven, die allerdings beide noch etwas komödiantischer angelegt waren.
Der theologische Blick: Was für ein Mensch willst du sein?
Für Marty geht es in diesem Film viel um das eigene Standing. "Mehr Schein als Sein" ist wohl für seine Figur eine durchaus passende Aussage. Eine Frage, die man sich als Mensch durchaus immer wieder stellen könnte: Was tue ich eigentlich alles für mein eigenes Ansehen gegenüber Mitmenschen oder der Öffentlichkeit. Und wo gäbe es bei mir "mehr Schein als Sein"? Der Film inszeniert das Ganze allerdings so schillernd, dass wohl die wenigsten Zuschauenden mit diesen Fragen aus dem Film gehen.
Fazit: Marty Supreme ist ein guter Film, der aber zu viel will
Wer als Kinofan in diesen Film geht, der wird nicht enttäuscht werden. Zu gut ist das Schauspiel und die Story kann einen trotz der kleineren Längen dann doch abholen, wenn man nicht nur für das Tischtennis-Spiel gekommen ist. Ähnlich wie seine Hauptfigur will der Film aber zwischendurch zu viel Entertaiment, was vielleicht niemandem wirklich nützt.
Auf einen Blick:
| Kinostart: | 26.02.2026 |
| Länge: | 150 Min |
| FSK: | 12 Jahre |
| Regie: | Josh Safdie |
| Darsteller*innen: | Timotheé Chalamet, Gwyneth Paltrow u.a. |
Wertung:
| Kino-Genuss: | 4 von 5 Punkten |
| Glaubensblick: | 2 von 5 Punkten |
