Multireligiöse Freude – Monsieur Claude und seine Töchter

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Und wie ist es mit der Religion?Fazit und GesamtbewertungEinsatzmöglichkeiten und Material

Filmkritik:

Kaum ein französischer Film schlug so ein wie Monsieur Claude und seine Töchter. Der Film von Philippe de Chauveron aus dem Jahr 2014 war ein absoluter Renner. Und das völlig zurecht.

Die Töchter von Monsieur Claude © by Neue Visionen Filmverleih

Alles beginnt im beschaulichen Ort Chinon in Frankreich, wo Claude Verneuil (Christian Clavier) mit seiner Frau Marie (Chantal Lauby) friedlich lebt. Doch die Beschaulichkeit ist dahin, als sich drei seiner vier Töchter nach und nach verheiraten – mit einem Chinesen, einem Palästinenser und einem Israeli. Ein hartes Los für den katholischen Claude und vor allem für Marie, die sich doch so sehr eine katholische Trauung gewünscht hätte.

Doch damit nicht genug, in der Folgezeit tritt vor allem Claude zielsicher in jedes Fettnäpfchen, das sich bietet. Die Vorurteile gegenüber den anderen Religionen, die er selbst kaum als solche wahrnimmt („Ich bin kein Rassist, ich bin Gaullist“), bedienen jedes Klischee.

Es ist ausgerechnet das Weihnachtsfest, dass die Familie wieder näher zusammenbringt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten raufen sich alle zusammen und so singt Claude am Ende voller Inbrunst mit seinen Schwiegersöhnen die Nationalhymne. Und dann eröffnet ihm seine jüngste Tochter auch noch, dass sie auch heiraten wird. Er heißt Charles und ist katholisch. Claude und Marie sind hingerissen. Sie ahnen ja nicht, dass auch Charles eine Überraschung parat hat.

Filmplakat zu Monsieur Claude 2, © by Neue Visionen Filmverleih

Wer Monsieur Claude und seine Töchter zum ersten Mal sieht, der könnte möglicherweise vor Lachen vom Stuhl kippen. Der Film ist urkomisch, ohne völlig platt zu werden. Der völlig überforderte Claude, der gar nicht merkt, wie er zum Teil jedes Vorurteil bedient, ist ein wahnsinnig gut entworfener Charakter, der allein schon den Film sehenswert macht. Und der Rest der Familie komplettiert das dann auf seine eigene Art und Weise.

Übrigens: Teil 2 ist ähnlich gut, selbst wenn man das Konzept eigentlich schon kennt. Nur, dass jetzt alle Familien Kinder haben. Und Claude jetzt auch noch den Opa spielen muss. Man ahnt schon, das wird heikel.

Und wie ist das mit der Religion?

Sie wollen einen Film, bei dem man mal so richtig über die Vorurteile gegenüber der verschiedenen Religionen und Ethnien sprechen kann? Bitte schön! Dazu eignen sich die Filme perfekt. Die Religionen selber werden dabei zwar nur wenig gezeigt, allerdings ist das eben auch nicht der Anspruch des Films. Dafür kann der Film sehr gut zum Austausch über „wie sehe ich die andere Religion?“ anregen.

Es gibt auch einige Szenen mit dem örtlichen Priester der Gemeinde. Der ist aber eher amüsiert über das, was Familie Vernuil geschieht und bekommt am Ende selbst einen großen Lachanfall. Ist daher für eine religiöse Betrachtungsweise nicht weiter von Belang.

Fazit und Gesamtwertung:

Viel besser geht es tatsächlich nicht. Monsieur Claude und seine Töchter ist unheimlich lustig und hat so gut wie keine Schwäche. Manchmal will der Film vielleicht ein bisschen viel, setzt dann noch einen oben drauf. Aber das sorgt am Ende eher für den nächsten Lachanfall, denn für Langeweile.

Gesamtwertung: 9/10 Punkte

Trailer zu Monsieur Claude und seine Töchter

Einsatzmöglichkeiten und Material:

Religionsunterricht:

Es macht Sinn den Film vor allem unter dem Stichwort „Zusammenleben der Religionen“ zu schauen. Dabei können vor allem die Themen „Vorurteile“, „Rassismus“ und „Stereotype“ im Vordergrund stehen. Je nach Klassenstufe kann die Behandlung dann entsprechend differenziert stattfinden. Möglicherweise bietet es sich an den Film nach der Behandlung der verschiedenen Religionen als Zusammenfassung und Abschluss zu schauen.

Das RPI Loccum hat einen Vorschlag zur Nutzung des Films im Religionsunterricht unter:
https://www.rpi-loccum.de/material/pelikan/pel1-15/1-15_freissler

Kino und Curriculum stellt folgendes Material zur Verfügung:
http://www.film-kultur.de/glob/monsieur-claude-und-seine-toechter_kc.pdf

Jugendarbeit/Konfirmandenarbeit

Siehe Religionsunterricht.

Erwachsenenarbeit:

Auch für die Erwachsenenarbeit ist die Frage nach Stereotypen wichtig. Möglicherweise kann man vorher versuchen den eigenen Stereotypen auf die Schliche zu kommen und den Film dann so noch einmal vor einem anderen Hintergrund schauen.

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