Dinosaurier haben Menschen schon immer fasziniert. Sei es als beeindruckende Wesen in unzähligen Dokumentationen, sei es als grausige und gefährliche Kreaturen, wie z.B. in Jurassic Park. Die großen Wesen aus einem Land vor unserer Zeit haben folglich auch im Kino immer wieder kleinere und größere Auftritte und scheinen in gewisser Weise eine Art Publikumsmagnet zu sein. So dürfen Sie im August die Jüngeren in Paw Patrol: Der Dino Film begeistern, während die Älteren dann eben in The End of Oak Street gehen.
Interessanterweise spielen bei beiden Filmen Hunde eine Rolle. In End of Oak Street begegnen wir einer Familie, die von Problemen geplagt ist. Die Eltern haben so ihre Geheimnisse voreinander und auch die Kinder scheinen es auf ihre Art nicht einfach zu haben. Und dann ist da noch der Hund, der den Nachbarn durch sein Bellen weckt und deswegen auch nicht gerade für gute Stimmung sorgt. Dann erscheint des Nachts plötzlich ein helles Licht und der Hund ist weg. Bei der Suche nach ihm stellen die Eltern fest, dass irgendwas anders ist. Nicht nur ist es tropisch heiß, es gibt auch andere Merkwürdigkeiten. Und dann begegnen Sie plötzlich dem ersten Urzeitbewohner. Von da an ist klar: Sie haben eine Zeitreise gemacht. Aber können Sie irgendwie zurück in “ihre Zeit”?
Auf den Aufbau dieses Films muss man sich erstmal einlassen. Dass das gesamte Viertel plötzlich 200 Millionen Jahre durch die Zeit reist, erscheint doch einigermaßen skuril. Es ist nicht das einzige Problem, das ich mit einer Story habe, die für mich nur wenig ausgereift wirkt. Die Dialoge wirken eher flach und lassen kaum einmal tiefer in das Seelenleben der Figuren blicken. Dass die Frage nach Gott zweimal in diesem Film aufkommt und in zwei Sätzen dann auch wieder abgehandelt ist, kann man als ein Beispiel anführen. Doch auch sonst scheinen die Dialoge im Wesentlichen die Brücken zwischen den Begegnungen mit den Dinos zu sein. Auf die hat es der Film nämlich abgesehen.
Diese Begegnungen werden lange vorbereitet, im ersten Drittel sehen wir noch gar keinen Dino, nur Hinweise auf das, was da noch kommt (und was man aus dem Trailer eigentlich längst weiß). Wenn es dann aber soweit ist, sorgen die Echsen im Wesentlichen für Verfolgung und Action. Denn die meisten Dinobegegnungen finden mit Fleischfressern statt. Andere Dinos sehen wir zwar auch, sie scheinen aber eher der Kulisse zu dienen. Außerdem ist das Verhalten der Dinos nicht sonderlich intelligent. Da kann man schon mal mit Fressen beschäftigt sein, während drei Meter neben einem eine ganze Gruppe Menschen entlangläuft. Hinzu kommt, dass dem Dinofan möglicherweise die Wiedererkennbarkeit fehlt. Denn diese Dinos sehen nicht aus wie Brachiosaurus und co aus Jurassic Park oder einer Dinodoku. Sie mögen Ähnlichkeiten mit den “echten” Dinos haben - mehr aber eher nicht.
In diesem nicht ganz leichten Setting macht der Cast seine Sache mehr als ordentlich. Viel tun muss er allerdings nicht, denn der Film braucht seine Figuren in erster Linie, damit Menschen vor Dinos weglaufen. Konflikte und Emotionen werden relativ schnell abgebügelt. Da der Film zudem einigermaßen vorhersehbar ist und manchmal so plump daher kommt, dass man das Gefühl hat, dass er sich selbst nicht ernst nimmt, sitzt man mehr als einmal etwas kopfschüttelnd im Kino. Wer es also realistisch mag, ist in diesem Film falsch. Immerhin, dank des guten Soundtracks von Michael Giacchino und der guten Kameraarbeit kann man sich trotzdem einigermaßen unterhalten lassen, wenn man bereit ist, über die Schwächen hinweg zu sehen.
Wer mit The End of Oak Street einen Abenteuerfilm alla Jurassic Park erwartet, der dürfte recht enttäuscht sein. Dafür bietet der Film in der Story einfach viel zu wenig an. Wer gerne ein bisschen “Dinos jagen Menschen” sehen will, der ist hier schon eher richtig. Mir kommt die Story zu flach und zu grotesk daher, um hier wirklich abgeholt zu werden.