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Filmplakat: Der perfekte Schein – Der Fall Bojarski
Link zum Trailer (externer Inhalt)
Veröffentlicht am 27. Juli 2026

Der perfekte Schein – Der Fall Bojarski

Daniel Düsentrieb liebt Blüten
RegieJean-Paul Salomé
Jahr2026
Länge128 Minuten
FSK12
Schauspieler*innenReda Kateb, Sara Giraudeau, Bastien Bouillon (u. a.)
Kinostart30.07.2026

Eigentlich hätte es ganz anders laufen sollen…

Jan Bojarski (Reda Kateb) ist Ingenieur mit enormem Potential. Er hat viele kluge Ideen, mit denen er hofft, das große Geld machen zu können. Doch als polnischer Flüchtling ohne Papiere hat er bei den französischen Behörden keine Chance, ein Patent anzumelden. Und auch die Industrie schert sich nicht um ihn und seine Ideen. Und weil kein Geld da ist, leben er und seine Frau vor allem auch von der Unterstützung ihrer Eltern. Kein Zustand für den stolzen Jan.

Also nutzt er sein gutes Auge und seinen Ideenreichtum für etwas anderes: Fälschungen. Zunächst sind es Pässe, doch dann steigt er auf Geldscheine um und muss feststellen, dass Geld eine ganz eigene Kunst ist. Papier, Motiv, Druck – alles muss feinstens abgestimmt werden. Bojarski entwickelt eigene Motive und eine Taktik, die es schwer macht, ihn aufzustöbern. Denn die Polizei ist ihm trotz allem auf den Fersen.

Genie, Künstler oder Betrüger

Regisseur Jean-Paul Salomé widmet sich in diesem Film ganz der Person von Bojarski, wobei wir ihn erst 1941 kennenlernen und damit nichts von seiner Vorgeschichte erfahren, die der schweigsame Mann auch lieber für sich behält. Dass er aber offenbar ein Talent für Fälschungen hat, das wird direkt zu Beginn klar, weil wir ihn schon in den ersten Minuten „bei der Arbeit" beobachten können. Salomé zeichnet das Bild eines akribischen Arbeiters, der Wert auf jedes Detail legt und darin einen Teil seines Erfolgs begründet.

Auch wenn der Film auf der realen Person Bojarski beruht, ist man sich im Verlauf nicht immer sicher, was der Realität und was der Fantasie des Drehbuchs entsprungen ist. Gerade bei den Erfindungen, die Bojarski präsentiert, bleibt unklar, ob sie real sind. Das liegt auch daran, dass andere Bereiche seines Lebens nur schwach bis gar nicht in den Blick genommen werden. Dazu gehören das Kennenlernen seiner Frau und das Familienleben, noch viel mehr aber Themen wie seine Flucht nach Frankreich oder wie er überhaupt zum Fälschen von Dokumenten gekommen ist. Somit gibt es gewisse Leerstellen, die zwar auffallen, aber auch zeigen, wie konsequent sich der Film ganz auf die Kunst des Geldfälschens konzentriert.

Hier nutzt der Film drei Kapitel, die nach drei gefälschten Geldscheinen benannt sind. Mit gutem Blick folgt der Film Bojarski bei seinem Werk, der Verfeinerung seiner Technik und dem Entwickeln der entsprechenden Maschinen, ebenso wie dem Versteckspiel vor Polizei und Ehefrau. Der Story ist dabei deutlich anzumerken, dass sie in Bojarski vor allem einen Künstler und ein Genie sieht. Er wirkt damit manchmal fast etwas zu glatt gebügelt, auch weil die auftretenden Konflikte zu schnell abgearbeitet werden. Hier entsteht zumindest die Gefahr eines Zerrbilds.

„Wer will schon zugeben, dass ein Pole die Franzosen reingelegt hat"

Der Film zeigt aber auch Themen auf, die zu einer weiteren Auseinandersetzung anregen. Bojarski wird als polnischer Flüchtling immer wieder in diesem Film drangsaliert und runtergemacht. Das ist auch ein Grund, warum es ihm schwer fällt, sein Geld „auf ehrliche Weise" zu verdienen. Dadurch entsteht im Film immer wieder das Bild eines verkannten Genies, das nur durch die Willkür der Behörden an seiner eigentlichen Berufung scheitert. Ist das realistisch? Darüber könnte man in der Tat mit Menschen ins Gespräch kommen. Denn es lassen sich viele Beispiele dafür finden, dass Menschen aufgrund ihrer Herkunft diskriminiert werden. Hier wird man allerdings über kurz oder lang den Kosmos des Films verlassen müssen.

Darüber hinaus könnte man mit dem Film fragen, wer Bojarski nun eigentlich wirklich ist. Ist er Betrüger oder doch ein Genie? Ist sein Motiv bei der Frage nach einer solchen Bewertung entscheidend? Etwas theologisch überspitzt gefragt: Ist Bojarski ein Sünder, und wer entscheidet das? Man könnte die Argumentation anstellen, dass der Film ihn eher rechtfertigen will.

Fazit

Am Ende ist Der perfekte Schein ein Film, der über seine 128 Minuten durchaus zu unterhalten weiß, allerdings ohne die ganz große Spannung zu erzeugen. Die Zuschauenden erleben ein verkanntes Genie, das zudem ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei treibt, und lernen auf diese Weise noch einmal viele neue Dinge über die Entstehungsgeschichte der Banknoten.

Film
3
von 5

Ein ordentlicher Film – konnte ich mir im Kino/Streaming ansehen, haut mich aber nicht um.

Geist
3
von 5

Ein oder mehrere Themen finden sich wieder, über die man auch aus theologischer Perspektive weiter nachdenken könnte.